Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung

Einige von euch hatten sich gewünscht, dass ich einen Post über Foodfotografie und die Entstehung meiner Foodfotos mache. Deswegen erzähle ich euch heute mal ein bisschen, welches Equipment ich benutze, wie das Set meistens aufgebaut ist und wie ich die Bilder dann im Nachhinein bearbeite. Außerdem gibt es noch ein paar kleine aber feine Tipps, die euch bei euren eigenen Fotos vielleicht helfen! Allerdings muss ich gleich am Anfang sagen, dass ich von so professionellen Shootings, wie sie beispielsweise Ronja von @miss_grünkern manchmal in ihrer Instagramstory zeigt, weit entfernt bin. Bei mir ist das eher, naja, minimalistisch. Aber – seht selbst!

Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung

Story

Während wahlweise Kuchen, Kekse oder Muffins im Ofen backen, überlege ich mir zuerst, wie ich das jeweilige Rezept inszenieren will. Storytelling heißt hier das Zauberwort – je nach Anlass und Art will man eine ganz eigene Geschichte erzählen und eine bestimmte Stimmung vermitteln. Beim Schicksalsberg-Kuchen sollten die Fotos zum Beispiel sehr düster sein und an Mordor erinnern, die Rotweinplätzchen sollten weihnachtlich angehaucht sein und die Erdbeertorte sollte etwas Frisches und Frühlingshaftes haben. Je nachdem, welche Story man erzählen will, müssen dann Requisiten und Untergründe gewählt werden!

Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung

Equipment / Aufbau

Inzwischen kann man auch mit Handys ziemlich gute Fotos machen, aber ich würde trotzdem immer wieder zu einer Spiegelreflexkamera greifen. Damit hat man einfach unglaublich viele Möglichkeiten und kann durch die verschiedenen Objektive wunderbar variieren. Ich fotografiere momentan mit einer Canon EOS 700D und dem 50mm 1:1.8; mit beiden bin ich sehr zufrieden und kann sie euch nur weiterempfehlen!
Natürlich braucht es neben Kamera und Objektiv noch ein paar andere Dinge wie beispielsweise Hinter-und Untergründe. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, benutze ich dafür meistens einen großen Bogen schwarzen Karton und ein altes Backblech. Auch kommt noch ein schwarzes T-Shirt als Hintergrund hinzu, weil das auf den Fotos dann auch wirklich schwarz bleibt und nicht wie der Karton so leicht ins bläuliche abdriftet! Je nach Rezept benutze ich aber auch gerne schwarze oder hellblaue Holzplatten. Die bekommt man problemlos im Baumarkt und kann sie dann einfach selbst in der gewünschten Farbe anmalen!
Ganz wichtig: Wann immer es möglich ist, benutzt Tages- anstatt Kunstlicht! Natürliches Licht zaubert einfach die schönsten Fotos und man hat nicht mit unerwünschten gelblichen Verfärbungen oder Ähnlichem zu kämpfen. Am besten ist es hier, direkt neben einem Fenster zu fotografieren, durch das kein direktes Sonnenlicht fällt. Ist das im Winter oder abends aber nicht durchführbar, könnt ihr auch auf Tageslichtlampen zurückgreifen. Ich besitze diese hier und bin sehr zufrieden, da sie eine tolle Alternative sind und man so trotzdem einigermaßen realistische Fotos hinbekommt! Auch empfehlen würde ich euch einen Reflektor, durch den unschöne Schatten vermieden werden können. Alternativ könnt ihr auch einfach ein Backblech in Alufolie einwickeln und das verwenden. Habe ich lange Zeit gemacht und es funktioniert ebenfalls super!

Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung
 

Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung

Bildbearbeitung

Sind alle Fotos im Kasten, geht es an die Bildbearbeitung. Ich fotografiere immer im RAW-Format, da man so in Adobe Lightroom am meisten aus seinen Fotos rausholen kann! Die Schritte dort sind dann eigentlich auch gar nicht kompliziert; ich verändere einfach nur Helligkeit, Schärfe, Kontrast, Schatten, Tiefe und Sättigung, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Es gibt sicher auch noch andere gute Bildbearbeitungsprogramme, aber Lightroom überzeugt mich durch die unglaublichen Möglichkeiten und vor allem die leichte Bedienbarkeit am meisten! Und das war es dann eigentlich schon – die Bilder sind fertig, ich schneide sie in Photoscape noch auf die richtige Größe zu und dann kommen sie auf den Blog!

Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung
Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung
Wie macht ihr eure Foodfotos?
Und habt ihr noch irgendwelche Fragen?

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12 thoughts on “Foodfotografie – Equipment, Aufbau, Bearbeitung

  1. Oh, was für ein toller Artikel!

    Posted on 19/04/2017 at 15:37
  2. Ein sehr cooler Artikel, Mara! :) Ich liebe ja so Blicke hinter die Kulissen, und ganz im Ernst – dein Aufbau mag vielleicht im Vergleich minimalistisch sein, aber ich finde das immer noch ganz schön beeindruckend. :D Meinen einzigen „professionellen“ Ausflug in die Foodfotographie habe ich für eine GFS in der Schule gemacht, und meine Güte, das war ein Aufwand. :D Daher habe ich immer gewaltigen Respekt vor denjenigen, die das regelmäßig – und in guter Qualität – abliefern. Echt klasse! :D

    Posted on 19/04/2017 at 15:52
  3. Liebe Mara, was für einen Zufall. In meinem jetzigem Beitrag geht es auch um Food Fotografie. Da verrate ich ein Paar Tipps und Tricks.
    Bei mir entstehen auch so die Fotos: während ich koche überlege ich mir schon wie das Foto aussehen soll und bereite das Set-Up. Ich wähle die Untergründe, das Geschirr, die Props. Dann wird fotografiert ung gegessen.
    Ich habe die Selbe Kamera und die selbe Linse wie du. Handyphotos gelingen bei mir nicht so gut ;)
    Die Bilder werden auch in LR bearbeitet, PS mag ich nicht.
    Ich finde es immer spannend solche Beiträge auch bei anderen zu lesen.
    LG, Diana

    Posted on 19/04/2017 at 17:14
  4. Super spannender und sehr gelungener Beitrag :)

    Neri

    Posted on 19/04/2017 at 21:00
  5. Liebe Mara,

    ich muss gestehen, dass ich mich in diesem Beitrag absolut wiedergefunden habe – genau so mache ich meine Fotos auch immer!

    Und ich habe auch absolut kein Problem damit, dass das Ganze etwas minimalistischer ist – ganz im Gegenteil. So kann man sich hinterher auch als Leser*in besser auf das Gericht selbst, das ja im Fokus stehen soll, konzentrieren. So richtig aufwändig inszenierte Food-Fotos finde ich zwar immer sehr beeindruckend – aber letzten Endes überzeugen mich doch solche mehr, bei denen ich immer das Gefühl habe, man könnte das Gericht jetzt ohne große Komplikationen selbst nachkochen… :)

    Danke dir für den spannenden Einblick!

    Liebe Grüße
    Jenni

    Posted on 20/04/2017 at 19:46
  6. ohh total spannend :D Das is richtig cool, so „Backstage“ Fotos zu sehen.

    Liebe Grüße
    Caro

    Posted on 22/04/2017 at 00:00
  7. Danke für diesen tollen Artikel! Ich bewundere deinen Fotoskills ja sowieso schon immer – umso cooler ist es, mal einen kleinen Einblick hinter die Kulissen zu bekommen :) Bezüglich eines Kunstlichts überlege ich auch schon die ganze Zeit, ob ich das für Foodfotos brauche – bisher bin ich mit Tageslicht aber noch relativ zufrieden (und wie du ja sagst, ist das Ergebnis wahrscheinlich auch stets natürlicher).
    Ganz liebe Grüße <3

    Posted on 22/04/2017 at 09:55
  8. Sieht eigentlich recht simpel aus :) Ich mag deine Bilder auch immer sehr gerne. Das Bearbeiten finde ich hingegen schwierig ohne richtiges System :P

    Ach ich finde manchmal braucht man einfach eine Komödie um einfach zu lachen :D Aber manche sind schon recht derb xD

    Posted on 22/04/2017 at 16:30
  9. Sehr schön geschrieben und tollen Tipps.
    Ich muss jetzt unbedingt auch mal in ein Photoshop – Progamm investieren, dass habe ich bisher nämlich immer noch nicht:(
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    Posted on 22/04/2017 at 17:11
  10. Hach, ich liebe deine Fotos ja! <3 Was Foodfotografie betrifft, bin ich eher unbegabt.

    Posted on 22/04/2017 at 18:05
  11. Mara, ich liebe Dich für diesen Post!!! Großartig!

    Neri

    Posted on 10/05/2017 at 20:05
  12. Hach ja, die Macht Lightrooms haut mich immer wieder vom Hocker, trauriger Weise bei jedem meiner Bilder – na gut, bei RAW ist es vielleicht auch verständlich :D Aber es macht ja ebenfalls Spaß! Deine Food Bilder finde ich sowieso immer klasse, ich liebe liebe liebe schwarze Untergründe. Selbst habe ich mich ja noch nicht so super viel mit der Food Fotografie auseinender gesetzt; zumindest nicht direkt. Aber als ich zufällig für mein herzhaftes Waffelrezept die Unterseite des Backblechs für mich entdeckt habe , ist es um mich geschehen :D Das Knipsen für meinen neuen Post mit Flatlays etc. hat auch echt viel Freude bereitet. Essen ist schon ’n toller Shooting Partner – liegt (meist) still da, kann arrangiert werden ohne zu meckern. So mag ich das. Ein sehr informativer und hilfreicher Post :)

    Posted on 11/05/2017 at 17:21